Das Heilige Abendmahl –
wie wollen und wie können wir es künftig feiern?

Bei einer Klausur im Juni hat sich der Kirchenvorstand ausführlich mit der Feier des Heiligen Abendmahls in unserer Gemeinde beschäftigt. Die vorrangige Frage war: Wie wollen und wie können wir es künftig feiern?

Durch die Corona-Einschränkungen haben wir (z. B. im ersten Lockdown und im letzten Winter) mehrere Wochen gar kein Abendmahl feiern können. Über viele Monate haben wir das Abendmahl nur mit Brot gefeiert. Und dann vermuten wir, dass wir mit Corona noch einige Zeit zu tun haben werden. Doch so lange wollen wir nicht warten, ehe wir wieder mit Brot und Wein Abendmahl feiern.

Darüber hinaus beobachten wir seit längerer Zeit (schon mehrere Jahre vor Corona) eine zunehmende Scheu vieler Gemeindeglieder, den Wein beim Abendmahl aus dem gemeinsamen Kelch zu trinken. Viele (in zunehmender Tendenz) tauchen die Hostie nur noch in den Kelch ein, trinken aber nicht mehr selbst daraus. Und das betrifft alle Altersgruppen. Das Hygieneverständnis hat sich erkennbar verändert. Da hilft auch das Abwischen des Kelchrandes mit Desinfektionstüchern nichts.

Wie also wollen wir künftig – mit oder ohne Corona – Abendmahl feiern?

Im Kirchenvorstand waren wir uns einig, dass die Feier des Abendmahls mit Brot und Wein wichtig ist. Die Austeilung nur des Brotes ist eine Notlösung, die keine Dauerlösung werden soll. Weiterhin war sehr vielen wichtig, dass wir uns wieder als Gemeinschaft zum Abendmahl um den Altar versammeln und nicht nur „im Vorbeigehen“ das Abendmahl erhalten (sog. Wandelabendmahl).

Diese Überlegungen führten zu dem Vorschlag, die Form unserer Abendmahlsfeiern künftig leicht zu verändern, so dass alle Brot und Wein unter hygienisch guten Bedingungen empfangen können.

Grundentscheidung dabei ist, auf den gemeinsamen Kelch künftig zu verzichten. Beim Brot ist es schon seit Jahrhunderten so, dass jede/r ein einzelnes Stück (Hostie) bekommt. Beim Wein kann auch jede/r einen eigenen Becher bekommen. Umgekehrt ist es sogar leichter möglich, dass statt des gemeinsamen Kelches eine gemeinsame Hostie verwendet wird, die vor der Austeilung in kleine Stücke gebrochen wird.

Daher stellen wir uns die Feier des gemeinsamen Abendmahls jetzt so vor:

Die Einzelkelche werden vor dem Gottesdienst in geschätzt ausreichender Zahl mit einem kleinen Schluck Wein gefüllt und auf dem Altar bereitgestellt. Ebenso  ein Teller mit Einzelhostien oder einigen großen Hostien zum Brechen.

Bei der Austeilung wird das Brot wie bisher mit dem Spendewort in die geöffnete Hand der Empfangenden gelegt und gleich gegessen.

Der Wein wird dann möglichst zu zweit ausgeteilt: eine Person hält ein kleines Tablett mit den Bechern, die andere Person reicht den Becher mit dem Spendewort. Die Empfangenden trinken den kleinen Schluck und reichen ihn danach zurück. Der leere Becher wird wieder auf das kleine Tablett gestellt.

Sollte sich herausstellen, dass die vorher gefüllten Becher nicht ausreichen, sollen in jeder Kirche genügend vorhanden sein, um weitere füllen zu können.

Das Eintauchen des Brots ist auch bei den Bechern weiterhin möglich, aber vielleicht nicht mehr nötig, weil alle einen eigenen Kelch bekommen.

Natürlich ist bei dieser Form nach dem Gottesdienst mehr zu reinigen. Doch Kelche und Teller lassen sich leicht in einer Spülmaschine abwaschen. Das halten wir für machbar.

Und natürlich ist bei Familienabendmahl oder bei kleinen, miteinander bekannten Gruppen auch weiterhin die Verwendung des Einzelkelches möglich.

Erprobungsphase bis zur Adventszeit

In den kommenden zwei Monaten wollen wir diese Form der Abendmahlsfeier in unserer Gemeinde ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Ende des Jahres will der Kirchenvorstand dann entscheiden, ob wir diese Form dauerhaft bei uns etablieren und die dafür nötigen Becher, Teller und Kannen anschaffen.