Martinskirche Großdrebnitz

Großdrebnitz hatte ursprünglich lange Zeit zu den Stolpener Amtsdörfern gehört. 1996 wurde der Ort zu Bischofswerda eingemeindet. Die Kirchgemeinde bildet seit 1999 gemeinsam mit Goldbach, Weickersdorf und der Stadtgemeinde die Vereinigte Kirchgemeinde Bischofswerda.

Die Kirche trägt den Namen Martinskirche. Das geht nicht etwa auf den heiligen Martin als Schutzpatron zurück, sondern auf eine Idee des Kirchenvorstandes: Anlässlich der Feierlichkeiten zur Einführung der Reformation im Ort vor 350 Jahren wurde die Kirche 1909 nach Martin Luther «Martinskirche» benannt. Im selben Jahr stifteten rührige Einwohner auch einen neuen Taufstein mit der Darstellung der Lutherrose.

Die Kirche wurde 1364 erstmals urkundlich erwähnt. Ihre noch erhaltenen Grundmauern stammen aus romanisch-gotischer Zeit. Ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche im Wesentlichen im Laufe des 19. Jahrhunderts. Die Fenster wurden vergrößert und das Kircheninnere 1852 durchgreifend umgestaltet.

Der klassizistische Kanzelaltar stammt aus dem Jahre 1830. Seine schlanke Form wird durch zwei kannelierte Säulen noch hervorgehoben.

Die Orgel baute 1828 Christian Gottfried Herbrig, der auch eine Zeit lang am Ort lebte und in der Lausitz und der Sächsischen Schweiz weitere Orgeln schuf. Großdrebnitz gehört daher zu den Orten, die durch die Herbrig-Orgel-Straße miteinander verbunden sind.

Der Turm wurde 1894 auf seine heutige Höhe vergrößert. In der neuen Gestalt beherbergte er einen Gbkenstuhl für drei Glocken und die Turmuhr mit einem mechanischen Uhrwerk, das bis zum heutigen Tage funktionstüchtig ist. Im Jahre 1994 kam eine weitere Glocke hinzu, so dass heute ein wunderschönes Vierergeläute zu Gebet und Gottesdienst ruft.