Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ein Friedhof ist mehr als ein Ort der Gräber. Er erzählt Geschichte – und viele ganz persönliche Geschichten. Von Menschen, die zu unserem Leben gehört haben. Von Begegnungen, die geblieben sind. Von Abschied und Trauer. Aber auch von Hoffnung.

Unsere evangelischen Friedhöfe sind besondere Orte: Orte zum Innehalten, Erinnern und Begegnen. Orte, an denen Trauer ihren Platz haben darf und gleichzeitig neue Hoffnung wachsen kann. Denn unser christlicher Glaube sagt uns: Der Tod hat nicht das letzte Wort. In Jesus Christus liegt unsere Hoffnung auf Leben.

Im 16. Psalm unserer Bibel heißt es:

Du wirst meine Seele nicht dem Tode

lassen. Du tust mir kund den Weg zum Leben. (Ps 16,10-11)

Hier in dieser Welt, in unserem Alltag sind Gottes Worte in der Bibel ein Wegweiser dafür, wie Leben gelingen kann. Aber wenn unser Weg auf dieser Erde endet, wenn wir zu Grabe getragen werden, dann wird sich zeigen, dass Gottes Weg mit uns – und damit eben auch unser Weg – weiterführt, dass Gott ihn uns auch dann kundtut: den Weg zu ganz neuem Leben in Gottes neuer Welt.

Das ist unsere große Hoffnung. Darauf vertrauen wir: Gott zeigt und führt uns einen Weg zum Leben auch durch den Tod hindurch.

Mit einem Banner an unseren Friedhöfen in Bischofswerda und Schmölln möchten wir sichtbar machen, was unsere Friedhöfe ausmacht: Erinnerung, Begegnung, Trauer, Hoffnung, Glaube, Geschichte und Natur.

Hier werden Menschen und ihr Leben in Ehren gehalten.

Hier darf Trauer Raum haben.

Hier dürfen Geschichten weiterleben.

Hier teilen wir Erinnerungen und Glauben miteinander.

Und hier darf Hoffnung wachsen.

Denn Gott tut uns kund den Weg zum Leben.

Am Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag im Kirchenjahr (22.11.), laden wir herzlich in allen unseren Kirchorten zu Gottesdiensten ein, in denen wir an die Verstorbenen des vergangenen Jahres erinnern und für sie und ihre Angehörigen beten. Kommen Sie gern dazu.

Ihr Friedhofsmitarbeiter

Christian Kühnel und Pfarrer Joachim Rasch