in Psalm 139,9-12 steht:

„Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein, so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag.“

Ich habe das mal ausprobiert. In den Herbstferien bin ich nach Papua-Neuguinea zu einem Fachkräfteaustausch vom Diakonenhaus Moritzburg bzw. dem Landesjugendpfarramt mit der Evangelisch-lutherischen Kirche in PNG geflogen. Wir wollten uns dort das Leben, die Kirche und vor allem die Jugendarbeit ansehen und den ersten Schritt gehen für eine Partnerschaft unserer Ausbildungsstätte für Religionspädagogik in Moritzburg mit einer Ausbildungsstätte für Evangelisten in Papua-Neuguinea. Was für ein Abenteuer!

Als ich dann im Flugzeug saß und die Sonne neben den Schwingen des Flugzeuges unter- und wieder aufgehen sah, dachte ich an den Psalm 139. Flügel der Morgenröte. König David hätte sich wahrscheinlich nicht vorzustellen gewagt, wie praktisch seine Worte mehrere tausend Jahre später umgesetzt werden könnten. Auch am äußersten Meer bin ich geblieben. Ich war ungefähr 13.200 km von Zuhause weg. Fast am anderen Ende der Erde sozusagen. Und dort war mit einer Zeitverschiebung von 8 Stunden tatsächlich teilweise Nacht, wenn hier Tag war.

Da war so viel Fremdes, so viel Neues. Neben all dem Schönen auch Vieles, das mir Angst gemacht hat, im Vornherein und auch während der Reise. Deshalb konnte mir nichts Besseres passieren als der Psalm 139, der so konkret in meine Situation hineingesprochen hat. Ich kann ans andere Ende der Welt reisen, irgendwohin, wo ich niemanden kenne und ich mich vielleicht auf den ersten Blick einsam fühle. Aber wirklich allein kann ich nirgendwo sein, weil „deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten“ wird. Immer. Das habe ich erlebt. Danke, Gott. Und auch wenn wir hier sind, Zuhause, gibt es manchmal Situationen, in denen wir uns einsam fühlen, überfordert oder verlassen. Ich bete, dass wir uns dann daran erinnern können, dass egal, wo wir sind und egal, wie wir uns fühlen, Gottes Hand uns führt, wenn wir den Weg nicht kennen und uns hält, wenn wir Geborgenheit brauchen.

Ihre Sophie Barth

(Praktikantin Gemeindepädagogik)