Liebe Leserinnen und Leser,

Du sollst …

Kennen Sie noch die 10 Gebote? Alle beginnen mit „Du sollst …“ Aber war da wirklich dabei „Du sollst fröhlich sein …“ Können Sie sich erinnern? –

Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute,

das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat.

(5. Mose 26,11)

Nein, dieses Gebot gehört nicht zu den 10 Geboten. Es steht an anderer Stelle, aber nicht so weit weg von den 10. Natürlich kann man jetzt einwenden: Fröhlich sein und sich freuen kann man nicht befehlen. Nein. Aber man kann darauf hinweisen, den Blick in diese Richtung lenken: das Gute, das Gott mir gegeben hat, mir und meiner Familie.

Vielleicht auch mir mit meiner Familie. Familie hat oder hatte ja fast jeder Mensch. Das sind die, die man sich nicht aussuchen kann. Das verbindet uns alle. Und gar nicht so selten bleiben die Kränkungen, Verletzungen, Ungerechtigkeiten, die in Familien geschehen, in der Erinnerung hängen. Oder sogar noch Schlimmeres.

Aber es lohnt vielleicht – wenigstens für einen Monat – einmal der Spur des Bibelwortes zu folgen und uns zu erinnern, was wir an Gutem in der Familie erfahren haben. An Unterstützung, ja Liebe vom ersten Atemzug an. Begleitung, Rückhalt, Gemeinschaft, Freude und Lachen und Getröstet werden …

Familie kann ja auch der Ort sein, an dem wir erleben, wie Gott sich das Zusammenleben der Menschen insgesamt vorstellt. Und oft ist sie das ja auch so. Gott sei Dank! Denn Gott hat uns als Beziehungswesen geschaffen. Wir leben in Beziehungen zueinander und mit der ganzen Schöpfung. Auch mit Gott. So ist es gedacht.

Und in der Familie, in der ich als kleines Baby starte, kann ich das erleben. Ich brauche die anderen. Ich bin mit ihnen verwoben und im besten Sinne auf sie angewiesen. Das ist das Gute, das mir geschenkt ist: Menschen, die für mich da sind. Die mich durchs Leben begleiten.

Dafür kann ich dankbar und fröhlich sein. Gerade weil das alles andere als selbstverständlich ist. Es bleibt – wie das Leben – ein Geschenk.

So gesehen kann uns der Monatsspruch helfen, den Blick zu lenken auf das Gute im Leben und die Menschen, die dazu gehören. Sie sind ein Geschenk. Ein Grund, fröhlich zu sein und zu mich bei Gott für sie zu bedanken – und für sie zu beten.

Ich wünsche Ihnen dabei gute Ein- und Aussichten

Ihr Pfarrer Joachim Rasch