Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nur noch wenige Wochen, dann ist das Jahr 2025 schon wieder Geschichte. „Ein gesundes Neues!“ werden sich die Menschen bald wünschen, wenn sie fröhlich mit Sektgläsern anstoßen oder sich auf der Straße begegnen. Dabei hatte ich mich schon immer gefragt, wie gesund ein Jahr eigentlich so sein kann. Die Variante mit „gesegnet“ leuchtete mir da schon immer etwas mehr ein. Aber das nur am Rande.

Ich komme ja gebürtig aus dem Erzgebirge. Da hat man den Neujahrsgruß auf das Wesentliche komprimiert: „Ah nei Gahr!“ rufen sich dort die Menschen für ein paar Tage oder gar Wochen zu. „Ah nei Gahr!“ – zu gut deutsch: „Auch ein (gesundes, gesegnetes, erfolgreiches, was auch immer) neues Jahr“.

Unser Christusbote mit den Monaten Dezember und Januar steht gewissermaßen „auf der Kippe“ und überwindet die Grenze vom alten zum neuen Jahr. „Auch ein neues Jahr!“ – Ja, „neu“ wird das neue Jahr auf jeden Fall sein. Im Wandel der Zeiten ist es nun mal so, dass kein Jahr uns ein zweites Mal begegnet. Da muss man sich ja eigentlich gar kein neues Jahr wünschen und alle müssten ganz gespannt sein, was alles neu sein wird.

Und doch ist die Erfahrung oft eine andere: Dass man nämlich groß das neue Jahr feiert, aber doch am Ende irgendwie alles beim Alten bleibt – auch, wenn man es sich vielleicht anders wünscht! Deswegen haben vermutlich Anfang Januar auch gute Vorsätze auf der einen Seite und das schlechte Gewissen auf der anderen Seite Hochkonjunktur. Was war davon eigentlich zuerst da?

Gott spricht:
Siehe, ich mache alles neu! 
(Offenbarung 21,5)

Das Bibelwort, das uns als Jahreslosung die nächsten zwölf Monate begleiten wird, steht dafür, dass wirklich mal etwas  so richtig neu wird. Und es ist kein geringerer als Gott selbst, der das zusagt. Mit diesem Hoffnungswort aus dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, blicken wir in die Zukunft. Gott wird einmal die Geschichte dieser Welt vollenden. Wann das sein wird, wissen wir nicht. Aber dass es so kommt, das ist unsere feste Zuversicht. Am Ende steht nicht das Nichts oder das Chaos, sondern etwas absolut Neues: Ein neuer Himmel und eine neue Erde.

Wenn wir das allerdings ausschließlich als „Zukunftsmusik“ lesen, dann übersehen wir etwas Entscheidendes: Gottes Reich ist mit Jesus schon angebrochen. Schon jetzt wirkt die neue Welt in unsere Zeit und unser Leben hinein. Sie ist noch nicht ganz da, aber wir können sie schon erleben. Deswegen muss im neuen Jahr nicht alles beim Alten bleiben. Gemeinsam können wir Ausschau halten, was Gott an Neuem aufwachsen lassen will bei uns. Lasst uns offen sein dafür und uns freuen an dieser großartigen Verheißung über diesem neuen Jahr 2026! In diesem Sinne: „Ah nei Gahr“!

Ihr Pfarrer Marc Schneider